Nur 6 Tage nach der letzten Tour, zog es mich heute erneut in die Berge.
Nachdem die
7 (offiziellen) Churfirsten
bereits von mir "bestiegen" wurden, begann ich heute mit der
Verlängerung der Churfirsten-Kette. Genauer gesagt waren es: Wart,
Schären & Nägeliberg. Diese werden oft auch als "unechte" oder "neue" Churfirsten bezeichnet. Abgerundet wird die Kette durch den Leistchamm.
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Der Start war gegen 6:30 Uhr in Starkenbach (891m). In völliger Dunkelheit ging es mit Stirnlampe und Garmin (GPS) erst einmal Richtung Strichboden. Da der "normale Wanderweg" unter Wasser stand, ging ich nach etwa 100 Metern vom Wanderweg ab und entschied mich für den GPS-Track, welcher der Tourenski-Variante entsprach. Zum Glück kam ich bald auf den Wanderweg zurück und schaffte die ersten 500 Höhenmeter in ziemlich genau einer Stunde.
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Sonnenaufgang über dem Alpstein |
Die Morgendämmerung und der Wanderweg ersetzten recht bald die Stirnlampe und den GPS-Track.
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Speerkette & Vollmond |
Angekommen an der "Bergstation" der Selunbahn entschied ich mich heute erstmals nach rechts (Westen) zu laufen und konnte auch schon bald die heutigen Tagesziele erkennen.
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Wart, Schären und Nägeliberg - Die Tagesziele |
Langsam wurde mir auch bewusst, dass die Schneeschuhe heute nicht zum Einsatz kommen werden. Bei meinen Vorbereitungen konnte ich mit dem Fernglas und auch auf der
Chäserrugg-Webcam deutlich mehr Schnee erkennen =)
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Der Blick zurück zeigt, dass der Sonnenaufgang bereits geschehen war (7:50 Uhr). Jedoch kam ich erst sehr spät in den Genuss der ersten Sonnenstrahlen. Genauer gesagt beim Erreichen des Wart-Gipfels.
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Noch gibt es einen unverkennbaren Weg |
Die Besonderheit an der heutigen Tour ist die Tatsache, dass es keine Wanderwege oder ähnliches gibt. Man befindet sich in "wildem Gelände", was für mich "Flachländler" ab-und-zu eine Herausforderung darstellte. Zumal man deutlich langsamer vorankommt, wenn jeder Schritt bewusst gemacht werden muss. Doch nach etwa 2,5 Stunden hatte ich 1000 Höhenmeter überwunden. Insgesamt waren heute 1480hm zu absolvieren.
Einzigartig war auch die "Frequentierung": Außer mir war kein Mensch unterwegs - Dafür konnte ich etwa 25 Gemsen auf einen Blick erkennen! Was für beeindruckende Gestalten. Vor allem die Bewegungen und die Geschwindigkeit ließen mich staunen.
Nach ca. 3 Stunden stand ich gegen 9:30 Uhr auf dem Gipfel der bzw. des Wart (2068m). Natürlich konnte ich keine Gemse mehr sehen, außer auf dem Nachbargipfel (Schären).
Stattdessen gab es einen schönen Tiefblick auf den Walensee und die herbstliche Umgebung.
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Spitzmeilen im Zoom |
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Blick vom Gipfelkreuz auf den eigentlichen Gipfel des/der Wart. Links ist der Selun zu sehen. |
Nach einer Foto-Pause und einem Gipfelbucheintrag (erster Eintrag seit 3 Wochen) ging es etwa 100hm abwärts bevor die Querung auf den Schären-Rücken beginnt. Teilweise waren die "Mixed-Verhältnisse" anstrengend, insgesamt waren es aber ideale Verhältnisse für Wanderschuhe. Schneeschuhe oder Steigeisen wären heute unnötig gewesen.
Nun ging es über den großen Bergrücken steil bergauf. Ohne jegliche Spur kämpfte ich mich nach oben und freute mich, einen Steinmann zu sehen - der Gipfel ist nahe!
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Links: Alpstein im Herbstgewandt. Rechts: Steinmann vor dem Gipfel. |
Um 10:45 Uhr erreichte ich den Gipfel des Schären (2194m). Für die Querung benötigte ich etwa 1:15h. Erneut schoss ich viele Fotis und gönnte mir zur Gipfelrast die ersten Lebkuchen in 2013 =)
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Bei diesem Ausblick werden sämtliche Mühe entlohnt! |
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Weitwinkel-Foti |
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Ringelspitz (Bildmitte) - St. Gallens höchster. |
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Tödi |
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Tödi - Glärnisch |
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Wer erkennt die weißen Gipfel? Finsteraarhorn? Es müssen 4000er sein?! |
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Blick Richtung Osten - Erkennt jemand die höchste Erhebung (Bildmitte)? |
Nach der Pause begann der "Zuckerteil" der Wanderung: Entlang dem Grat geht es bis auf den Gipfel des Nägeliberg. In Ueli Steck-Manier
erhöhte ich das Tempo und hatte enorme Freude am Laufen.
Zwischenzeitlich gab es immer wieder Ausblicke auf den tiefgelegenen Walensee:
Kurz nach 11:00 Uhr erreichte ich das 3. Tagesziel: Den Nägeliberg (2163m). Mittlerweile war ich etwa 4 Stunden unterwegs.
Obwohl ich alles bereits 3-fach abgelichtet hatte, zückte ich erneut die Casio Exilim
um nochmals "meine Lieblinge" zu fotografieren.
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Die gesamte Churfirstenkette. Der Chäserrugg versteckt sich hinter seinem großen Bruder. |
Die Aussicht war schlichtweg unglaublich. Langsam lichtete sich auch das Wolkenmeer im Norden und nahm die Form des Bodensees an =)
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Rechts: Wart und Schären - aufgenommen vom Nägeliberg |
Mein GPS-Track
zeigte mir einen weiten Rückweg an, was allerdings zeitlich nicht
möglich war (Termine...). So suchte ich nach dem wohl
einfachsten Weg durch die Gerölllandschaft und begann mit dem Turbo-Abstieg durch Fels, Schnee und Kuh-Weide. Wanderwege waren Mangelware. Erst im flachen Gelände fand ich "normale" Wege, die mich zurück an die Selunalp führten. Hier begegnete ich den ersten Menschen - Beide mit Kippe im Mundwinkel =)
Die letzten 650hm konnte ich in gutem Tempo absolvieren und erreichte nach 6,5h um 13:00 Uhr den überfüllten Parkplatz der Selunbahn (Starkenbach). Heute früh war ich der erste =)
Bei der Ankunft freute ich mich abermals, dass ich die Schneeschuhe etwa 17km auf dem
Rücken getragen habe und machte mich dann an die Heimreise.
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GPS-Aufzeichnung aus Basecamp (Garmin) |
Fazit: Die neuen Churfirsten haben eine Menge zu bieten. Allen voran die Ruhe, eine beeindruckende Tierwelt, tolle Wandermöglichkeiten und geniale Aussichtspunkte. Jederzeit wieder. Eventuell auf den Leistchamm. Dann aber in Begleitung, um die schönen Momente zu teilen.
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